September 7, 2010
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2008
24 Heures du Mans
Le Mans, France
June 14 - 15, 2008
Ein Schnappschuss bei Tag

14. Juni 2008

Zu den vielen überzeugenden Beweggründen, die 24-Stunden von Le Mans live mitzuerleben, trägt auch das Umfeld bei. Nachdem die Teams gestartet sind und der offizielle Rolex count-down läuft, bietet Le Mans inspirierende Aktivitäten, die auch zum Träumen verleiten.

Ein ehrendes Andenken: „Léon Bollée“
Léon Bollée (1870-1913) gehört zu den illustren Persönlichkeiten von Le Mans. Einige Strassen wie auch verschiedene Denkmäler wurden in Le Mans nach ihm benannt - aus guten Gründen!

Bollée war ein französischer Automobil-Hersteller, der seine Firma in Le Mans aufbaute. Neugierig veranlagt, widmete er sich schon in jungen Jahren mit großer Leidenschaft und extremer Exaktheit neuen Erfindungen. Er kümmerte sich um die kleinsten Details; von gut funktionierende Maschinen war er besonders angetan. 1989, mit 19 Jahren, erfand er den ersten Kalkulator und 1896 entwickelte er ein Fahrzeug mit drei Luftreifen-Rädern. 1911 produzierte er seine ersten 600 Fahrzeuge und taufte sie „Voiturettes“. Er ließ diese Bezeichnung, die er selber kreiert hatte, registrieren - seine fortschrittlichen Kenntnisse waren eine Botschaft der Zukunft, sogar zur damaligen Zeit.

Bollée war bekannt für seine Vielseitigkeit, für sein mannigfaches Interesse. Die Gebrüder Wright (Wilber 1867-1912) und Mans Orville 1871-1948), die berühmten amerikanischen Piloten und Luftfahrt-Konstrukteure, besuchten ihn auf Einladung in Le Mans. Die Luftfahrt-Pioniere sahen in Léon Bollée einen erstklassigen Gesprächspartner. Die „Flyer III A“ Demonstration in Les Hunaudières 1908 rief bei der lokalen Bevölkerung von Le Mans eine gespannte Neugierde hervor. Eine Kopie dieses ersten Flugzeuges nahm an der Parade (welche Parade) teil und drehte eine Ehrenrunde über die Rennstrecke der 24-Stunden von Le Mans. Nachkommen der Bollée Familie waren zugegen und Gérard Bollée, ein Großsohn von Léon, fuhr an der Parade einen 1912 Amédée Bollée mit Schaltgetriebe. Dieser Wagen war vom Automobil-Museum von La Sarthe in Le Mans restauriert worden.

Die unschätzbaren Sammlerobjekte und neusten Aquisitionen des Museums
Zu den Schätzen des Automobil-Museums von La Sarthe , das von Direktor Francis Piquera geleitet wird, gehört eine 1938 Ausgabe des ersten 1935 Peugeots. Der Wagen wurde dem Museum am 11. Juni, vor den ersten Qualifikationsrennen, übergeben. Von seinen Erbauern in aller Bescheidenheit „402 Eclipse“ getauft, ist dieser Wagen für jede Sammlung eine Rarität und eine wertvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden 114 Sammlerobjekten, einige davon Unikate.

Diejenigen mit einer eigenen Geschichte sind die Favoriten des Museumsdirektors. Ein Wagen in dieser Kategorie ist der blaue Matra-Simca MS 670 B, der Wagen, mit welchem Henri Pescarolo 1972 seinen ersten Le-Mans-Sieg davon trug. „Ich war 17 Jahre alt als ich dieses Auto zum ersten Mal sah. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich eines Tages die passenden Autoschlüssel in meiner Tasche haben würde“, sagt Piquera lachend. „Schaut genau hin - die Schale ist durchgebrochen. Da war der Sitz von Jean-Luc Lagardère, dem Präsidenten von Matra; anlässlich der Ehrenparade.“

Drei weitere Wagen mit Baujahr zwischen 1920 bis 1930 wecken ebenfalls die Aufmerksamkeit. Ein Chenard France, ein Lagonda GB 1935 und ein Bentley 1924. Letzterer ist ein authentisches Modell, mit welchem Frank Clément und John Duff am 1924 24-Stunden von Le Mans einen Sieg errungen haben. Der Wagen befindet sich in perfektem Zustand. „Die innere Mechanik hat der Zeit getrotzt. Sie funktioniert wie eine Uhr,“ kommentiert Piquera. „Zusätzlich ist der Peugeot WM 1 Walter Maria ein Wagen, mit welchem überall auf der Welt gefahren werden kann, da sich das Lenkrad in der Mitte befindet - eine echte technologische Errungenschaft.“

Piquera öffnet die Museums-Werkstatt und enthüllt einen grün-weißen Peugeot-Heuliez, komplett mit Originalmotor. „Es handelt sich um den schnellsten Wagen, der je an einem 24-Stunden von Le Mans gefahren wurde: er erreichte 405 km/h.“ Piquera gibt ein Geheimnis preis: „In Wirklichkeit fuhr dieser Peugeot-Heuliez noch schneller: wahrscheinlich so um die 410 oder sogar 412 km/h. Doch in diesem Jahr, das war 1988, hat Peugeot die Trophy „Wagen des Jahres“ erhalten, und zwar für das 405-Modell. Somit hat die Marketing-Abteilung von Peugeot den Geschwindigkeitsrekord auf 405 km/h hinuntergesetzt, damit es übereinstimmte. Dieser Wagen wird einen speziellen Platz beim Eingang des Museums erhalten.“

Ein besonderer Gast
Majestätisch und elegant in einem dunklen Anzug sitzt der Kalifornier Darryl Siry in der Mitte von der Loge 239, umgeben von einem schwarzen Fensterrahmen und enormen Vasen, die als Aquarium dienen. Das ist die spezielle Welt von Siry.

Die großen Fenster, welcher der Rennstrecke zugewandt sind, stehen offen. Zwei Stockwerke weiter unten kann man den ersten elektrisch angetriebenen Roadster sehen, umzingelt von neugierigen Zuschauern. „Das Modell, das Sie hier sehen ist eine Revolution, eine Erfindung. Es handelt sich um ein Elektromobil, völlig lärmfrei, hergestellt von Tesla Motors, einer kalifornischen Firma. Auf dem amerikanischen Markt existieren 1800 Exemplare und 250 befinden sich in Vorbereitung, um voraussichtlich im May 2009 der Schlager auf dem europäischen Markt zu werden.

Im Moment hat die Warteliste für diesen Wagen die 1'000 erreicht. Vertrieben wird der Wagen vor allem in den größten amerikanischen Einzugsgebieten von Los Angeles, San Francisco, Neu York, Seattle und Miami.

„Natürlich hat uns der Automobilclub des Westens darum gebeten, den Roadster hier zu zeigen - es ist ein Anlass, der sich sehr gut mit dem Geist des 24-Stunden-Rennens von Le Mans verbinden lässt. Der ACO macht sich immer Gedanken über neue Technologien. Sie sind sehr daran interessiert, eine angeregte Beziehung zur neuen Technologie der Zukunft zu pflegen. Ein kompletter, elektrischer Wagen, das bedeutet keine Luftverschmutzung durch Abgase. Ein äußerst interessantes Projekt! Der Wagen muss nach 350 km neu aufgeladen werden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h. Die komplette Aufladezeit mit einem normalen elektrischen Anschluss beträgt 10 Std. Er ist mit einem Aluminium-Rahmen ausgerüstet und einem Karbonfaser-Gehäuse, hergestellt in Laval.“ Erfinderisch muss man sein!

Anonym... oder nicht?
Pierre Louis-Dreyfus hat auf seine Weise hier am 24-Stunden-Rennen von Le Mans eine Art von Rekord erzielt. Er ist der Wortführer der Le Mans Fahrer geworden. Dieses Jahr feiert er seinen 100. Geburtstag. Louis-Dreyfus hat dieses Rennen zum ersten Mal 1931 gefahren. Aus Bescheidenheit oder aus Koketterie hat er den Namen „Ano“ gewählt. Sein französischer Co-Pilot hat eine humorvolle Art und ohne Louis-Dreyfus etwas zu sagen hat er sich selber als „Nime“ eingeschrieben. Im Französischen ergeben diese beiden Wörter zusammen „Ano/Nime“, was korrekt ausgesprochen ganz einfach Anonym bedeutet.

In der Folge, wenn er sich jeweils für eines der 11weiteren Rennen die er bestritt einschrieb, wechselte der Banker und wohlhabende Geschäftsmann zwischen zwei anderen Pseudonymen hin und her. Das Ziel erreichten sie nur zweimal: 1935 (2. Platz auf dem Alfa Romeo 8Ca mit Henri Stooffel) und 1953 (18. auf dem Osca MT 4 mit Mario Damonte).

Genau heute am 14. Juni um 15.00, sind 55 Teams am 2008 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit laufenden Rolex count-down gestartet.

Rolex ist seit 2001 offizieller Zeitmesser am 24-Stunden-Rennen von Le Mans, respektive seit 2005 an den Le Mans Series. In Nord-Amerika ist Rolex seit 1992 ein Partner des “Rolex 24 At Daytona”.

Für redaktionellen Gebrauchstehen hochauflösende Fotos honorarfrei zur Verfügung, die direkt von www.caracingnews.com heruntergeladen werden können.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an :
KEY PARTNERS (KPMS)
Sabrina Zumkehr
Mobile: +41 (0)79 359 15 47
Email: sabrina@kpms.com
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