Von all den 24-Stunden-Rennen dauert die Nacht am Rolex At Daytona am längsten. Das Rennen findet nicht wie die anderen Ausdauerrennen im Sommer statt, sondern im Winter bei kürzerem Tageslicht. Bei Tagesanbruch, um die 17. Stunde des Rennens, waren etwas mehr als 13 Stunden im Scheinwerferlicht gefahren worden, doch bei der Morgendämmerung wurde die Rennpiste in das durch die Wolkenschicht schimmernde Sonnenlicht eingehüllt, was eine besondere Atmosphäre hervorrief.
Als die Wagen im aufkommenden Tageslicht auftauchten, war es sehr schön zu sehen, wie viele Teilnehmer immer noch gut im Rennen lagen. Nach 16 Stunden lag Joao Barbosa mit seiner Nr. 9 Action Express Racing Porsche/Riley in Führung, gefolgt von Max Papis mit der Nr. 01 Telmex BMW/Riley. Brian Frisselle, der die Nr. 6 Michael Shank Racing Ford/Riley fuhr, lag an dritter Stelle. Zu diesem Zeitpunkt hatte es innerhalb der gefahrenen 1765 Meilen bereits 45 Mal einen Führungswechsel gegeben. In der GT-Kategorie führten Spencer Pumpelly mit der Nr. 71 TRG Porsche GT3. An zweiter Stelle lag Jörg Bergmeister mit der Nr. 67 Shore Tel/Openwave Porsche GT 3, gefolgt von Sylvan Tremblay mit der Nr. 70 Castrol Syntec Mazda RX-8, der an dritter Stelle lag.
Das Rolex 24 At Daytona ist nie ereignislos. Rennvorkommnisse und mechanische Defekte sind immer zu erwarten. Gegen Mitternacht hatte die Nr. 77 McDonald's Ford/Dallara Übermittlungsprobleme und war über 2 Stunden in der Werkstatt, bevor der Wagen wieder ins Renngeschehen eingreifen konnte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die ersten vier der Daytona Prototypen in einem Zeitabstand von 5 Sekunden zueinander. Fahrerwechsel und Boxenarbeit wurden für die meisten Team zur Routine. Diejenigen Wagen, die ins Schleudern gerieten oder mit losen oder festen Teilen der Rennbahn in Kontakt gekommen waren, verloren bei Reparaturen natürlich wertvolle Zeit in den Boxen. Die Teammitglieder, die in den Boxen verharren und sich um die Wagen kümmern - sei es während der regulären Boxenstops oder während einem Herkules-Einsatz um Reparaturen in kürzester Zeit vorzunehmen - bekommen selten den Applaus und die Bewunderung, die ihnen eigentlich gebührt. Oft müssen sie ihre Müdigkeit während des Einsatzes die ganze Nacht hindurch, um die Wagen Instand zu halten, einfach wegstecken.
NASCAR Veteran Dario Franchitti, der Fahrer der Nr. 02 Target BMW/Riley, schilderte ausführlich den Versuch, sich zwischen den Einsätzen am Steuer zu erholen: „Es ist eineCatch-22 Situation. Einerseits will ich das Rennen mitverfolgen, weil es sehr spannend ist - ich bin ein Rennfan und will wissen, was vor sich geht - andererseits musst du dich vom Rennen distanzieren und dich nur auf deinen Job konzentrieren. Somit schaue ich eine Weile zu und schlafe dann. Mir bleiben sechs Stunden bis zum nächsten Einsatz. Wahrscheinlich esse ich etwas, schaue ein wenig fern und versuche dann einzuschlafen. Dann bereite ich mich auf meinen nächsten Einsatz mitten in der Nacht vor.“
Jimmie Johnson, ein weiterer NASCAR Veteran, drückte sich in ähnlicher Weise aus: „Ich könnte die ganze Nacht hier sitzen und zuschauen. Um mich richtig auszuruhen, muss ich den Fernseher ausschalten.“
Um 5.30 morgens war die trübe Luft entlang der vorderen Gerade voll vom Lärm aufheulender Motore und dem melodischen und rhythmischen Geräusch von hinauf und herunter geschalteten Wagen, als sie die Innenbahn-Schleifen bewältigten. Das Geschehen war genau so intensiv zu dieser Stunde wie zu jeder anderen des Rennens. Alle warteten gespannt auf die Morgendämmerung, um genau zu erkennen, in was für einem Zustand sich das gesamte Feld nach der anstrengenden Nacht befand. Max Papis mit der Nr. 01 Telmex BMM/Riley führte vor Joao Barbosa mit der Nr. 09 Action Express Racing Porsche Riley, gefolgt von Mark Patterson in der Nr. 6 Michael Shank Racing Ford/Riley. Andrew Davis führte mit seiner Nr. 57 Stevenson Automotive Group/BryanMark Camaro GT.R, der von Spencer Pumpelly mit der Nr. 71 TRG Porsche GT3 gejagt wurde. Seth Neiman mit der Nr. 67 Shore Tel/Openwave Porsche GT3 lag an dritter Stelle.
Zu diesem Zeitpunkt des Rennens waren die Zeichen von Abnutzung und Gemütsbewegungen bei beiden - Mensch und Maschine - zu erkennen: ein Problem mit der Elektrik traf den Wagen Nr. 10 Sun Trust Ford/Dallara, der nur noch im vierten Gang fuhr und die Steckachse auswechseln musste. Die Nr. 75 Krohn Racing Ford/Lola wahr unter den Top Fünf, als er einen Boxenstopp einlegen musste, um die Bremspedale zu ersetzen und die vordere rechte Radaufhängung zu reparieren. Und in der 497. Runde löste sich die Fronthaube von Burt Frisselle's Wagen Nr. 60 Crown Royal XR Ford/Riley, was eine volle Runde mit gelber Flagge verursachte. Die Teams konzentrieren sich darauf, ihre Positionen für die folgenden Stunden zu halten, um dann in den letzten Stunden des Rennens in der Hoffnung auf einen Podestplatz voll anzugreifen.
Um 8.30 lag die Nr. 6 Michael Shank Racing Ford/Riley mit AJ Allmendinger am Steuer in Führung. Zweiter war Mike Rockenfeller mit der Nr. 9 Action Express Racing Porsche/Riley, der nach 528 Runden bereits während 140 Runden in Führung gelegen war - mehr als jeder andere Wagen bis zu diesem Zeitpunkt. Dreifach Sieger Scott Pruett mit der Nr. 1 Telmex BMW/Riley lag an dritter Stelle. In der GT-Klasse führte Spencer Pumpelly mit der Nr. 71 TRG Porsche GT3. Jörg Bergmeister mit seinem Shore Tel/Openwave Porsche GT3 lag an zweiter Stelle und Sylvan Tremblay mit der Nr. 70 Castrol Syntec Mazda RX-8 auf Platz 3.
Während der Count-down bis zum Finish um 15.30 Uhr läuft fangen die Teams an, ihre Strategien für die abschließenden Stunden des Rennens zu planen. Die Wagen intakt zu halten ist von höchster Bedeutung, doch die Fahrer wollen gewinnen. Somit gilt es, die richtige Balance zwischen aggressivem und geduldigem Fahrverhalten zu finden.
Rolex und der Motorsport – Die Präsenz von Rolex im Motorsport begann in den 30er-Jahren
Bereits damals trug Sir Malcolm Campbell, ein britischer Rennfahrer und mehrfacher Geschwindigkeitsrekordhalter, eine Rolex Oyster. Im September 1935 stellte er einen unvorstellbaren Rekord auf: Er war der erste Mensch, der die magische Grenze von 300 Meilen pro Stunde überschritt. Campbell erreichte eine Geschwindigkeit von mehr als 300 Meilen pro Stunde, also rund 484 Stundenkilometer. Damit stellte er einen neuen Geschwindigkeitsrekord (Landrekord) auf. Ende der 50er-Jahre begann die eigentliche Beziehung zwischen Rolex und dem Motorsport. Seit 1959 unterstützt Rolex die amerikanische Rennstrecke Daytona International Speedway in Florida, wo das Ausdauerrennen 24 At Daytona ausgetragen wird. 1992 wurde Rolex Titelsponsor dieser Motorsportveranstaltung.
In der zweiten Hälfte der 60er-Jahre wurde die Herstellung einer ebenso legendären Armbanduhr von diesem Rennen inspiriert: die Cosmograph Daytona. Sie bietet Geschwindigkeitsfans die Möglichkeit, Zeiten zu stoppen und Durchschnittsgeschwindigkeiten zu berechnen.
Rolex ist am Sponsoring von einigen der prestigeträchtigsten Events in der Motorsportindustrie beteiligt. Ausdauerrennen wie das Rolex 24 At Daytona, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, die European Le Mans Series und die Rolex Sports Car Series sind die wichtigsten Events im Rolex Portfolio. Rolex würdigt außerdem Design, Geschwindigkeit, Leidenschaft und Durchhaltevermögen der vergangenen Ära, indem sie historische Rennen wie das Goodwood Revival und das Rolex Monterey Motorsports Reunion sponsert, und auch Wettkämpfe wie das Pebble Beach Concours d'Elegance, the Pebble Beach Tour d'Elegance presented by Rolex und The Quail, ein Motorsport Treffen.
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